|

Kultstatus

Die vom Rennfahrer Jean Rédélé entworfenen Alpine-Modelle wurden für Autorennen konstruiert. Coupe des Alpes, Mille Miglia… die A106 setzt sich ab Mitte der 50er Jahre bei vielen Rallyes durch. Ab 1963 startet Alpine bei den Langstreckenrennen, vor allem beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, dem legendären Höhepunkt des Rennkalenders.
Der kleine Däumling aus Frankreich erlebt große Langstreckenabenteuer an der Seite der Riesen Porsche, Ford und Ferrari. Die Legende der Alpine entsteht in den Kurven des Circuit de la Sarthe.

Leistungs -anstieg beim Rennen von Le Mans

Codename: M63. Die ersten Alpine-Sport-Prototypen – kaum schwerer als 600 kg – reihen sich an der Startlinie auf. Hinter den Kulissen entwickelt Amédée Gordini die Motoren, während Marcel Hubert – „der Meister des Windes“ – an der Aerodynamik feilt. In weniger als einem Jahr setzt sich das Team Morrogh-Delageneste mit seinem M64 und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 240 km/h bei der Indexwertung durch. Schnell und bissig versteht es die hubraumschwache Alpine, sich auch auf der Langstrecke zu behaupten.

Leistungs -anstieg beim Rennen von Le Mans

Im Jahr 1966 der Dreifacherfolg der A210 bei der Indexwertung: Alpine gewinnt so die Anerkennung der an diesem Tag anwesenden 350.000 Motorsportfans. Mit diesem Erfolg im Rücken entwickelt die Marke für die A221 einen V8-Motor mit 3 Liter Hubraum. „Warum?“, fragt General de Gaulle auf der Automobilmesse. „Damit Frankreich gewinnt“, versichert Jean Rédélé. Auf diese Weise fährt Alpine 1968 mehrere Siege in der Klassenwertung und der energetischen und leistungsabhängigen Indexwertung ein.

Alpine wird des Siegens niemals überdrüssig und verpasst nicht die Gelegenheit, auch in den Kategorien Monoposto und Rallyecross zu glänzen. Zwischen 1964 und 1972 gewinnt der Rennstall nicht weniger als drei französische Meistertitel und eine Team-Europameisterschaft in der Formel 3. Alpine ist damit die einzige französische Marke, die Rallyes, Monoposto- und Prototyp-Rennen gewinnen konnte.
Im Jahr 1971 wird das 96-Stunden-Rennen vom Nürburgring zum ersten Mal ausgetragen. Ein wahrer Streckenmarathon. Renault lehnt die Einladung zu diesem erbarmungslosen Rennen ab, um seine Alpine-Fahrzeuge zu schonen. Der Fahrer Jean-Luc Thérier ist allerdings fest entschlossen, sich mit den anderen Teams zu messen und nimmt teil. Er leiht sich privat eine A110 und seine engsten Freunde folgen ihm. Er nimmt zu diesem Abenteuer Jacques Henry und Maurice Nusbaumer mit, und einige Haustechniker nehmen Urlaub, um die Herausforderung anzunehmen.

Thérier lässt sich vom favorisierten BMW nicht abschrecken. Er wählt seine eigene Strategie und entscheidet sich für einen Fahrerwechsel alle 6 Stunden anstatt alle 2 Stunden. Die Techniker senken die Zeiten des Boxenstopps weitestmöglich, indem sie jede 4. Mutter nur manuell anziehen. Trotz beschränkter Mittel bringt sie ihr Siegeswille, ihre Rafinesse und ihre Klugheit entgegen allen Erwartungen auf das Siegertreppchen.

Le Mans 1978:<br>die Krönung

Le Mans 1978:
die Krönung

Dank seines historischen Titelgewinns bei der Rallye-Weltmeisterschaft kann sich Alpine nun auf die Langstrecken konzentrieren und den „Gral“ von Le Mans ins Visier nehmen. In den Werkstätten in Dieppe wird unermüdlich daran gearbeitet, die Leistungsfähigkeit des mit einem Turbolader ausgestatteten V6-Motors zu optimieren. Die A440 fährt Erfolge ein und liefert Serpaggi den Europameistertitel in der Kategorie bis 2 Liter.

Im Jahr 1978 lautet die Devise „Sieg“. In Le Mans gehen vier schwarz-gelbe Alpine-Prototypen unter Führung des früheren Siegers Gérard Larrousse an den Start. Am 10. Juni beginnt die 46. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans.
Die Alpine geben das Tempo vor und fahren dem Feld voraus. Nebenbei übernehmen Depailler-Jabouille mit ihrer A443 die Rolle des „Hasen“ und sprengen den Rundenrekord mit 3:34:2.

Am Morgen jedoch kommt Depailler durch seinen festgefressenen Motor zum Stehen. Wie elektrisiert beginnen Ickx und Wollek, der A442B, deren Kupplung zu schwächeln beginnt, mit ihrem Porsche zu jagen. Für das Team von Jean-Pierre Jaussaud und Didier Pironi sind nun Strategie und Vorsicht angesagt.

Im Cockpit ist die Spannung auf ihrem Höhepunkt. Der Fahrer überhitzt unter der glühenden Sonne … hinzu kommt die aerodynamische Blase, welche die Belüftung erschwert. Nach mehr als 5000 Kilometern wird die Zielfahne geschwenkt. Die A442B triumphiert beim Rennen von Le Mans – endlich ertönt die Marseillaise.

Nach 35 Jahren Abwesenheit erlebt Alpine 2013 seine Wiedergeburt. Die Marke schließt sich mit dem Signatech-Team zusammen und steigt in die LMP2-Klasse ein.
Der Teamchef Philippe Sinault hat große Pläne für sein Fahrerteam. Pierre Ragues, Nelson Panciatici, Tristan Gommendy und Paul-Loup Chatin stehen der Zielstrebigkeit eines Vinatier, Andruet, Thérier, Ragnotti oder Pironi in nichts nach… Als Europameister 2013 und 2014 hat sich die A450 nicht lange bitten lassen, um den Ruf der Marke zu verteidigen. Leistung auf den Punkt, ebenso wie die Alpine-Mentalität, was mit dem Preis für die beste technische Unterstützung bei den 24 Stunden von Le Mans belohnt wurde. Das Jahr 2015 ist nicht weniger erfolgreich. Das Team Panciatici-Chatin-Dillman erzielt mit der A450B einen Sieg bei der Weltmeisterschaft in Shanghai. Beim Rennen von Le Mans erregte der Celebration – das kräftige Konzeptauto, das für das 60-jährige Jubiläum der Rennwagen aus Dieppe gebaut wurde – großes Aufsehen.

2016 nehmen gleich zwei Alpine A460 an der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft teil: eine unter dem Banner von Signatech und die andere in den asiatischen Farben des Teams Baxi DC Racing, unterstützt von Schauspieler Jackie Chan.