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Leica

Die zweite Etappe unserer Reise führt

führt uns ins Umland von Frankfurt, genauer gesagt in die Gemeinde Wetzlar, wo schon Goethe wohnte. In Wetzlar ist seit 1869 auch die Firma Leitz (später Leica) ansässig. Die Marke vertreibt ihre Fotoapparate heute auf der ganzen Welt. Ihre Wurzeln liegen jedoch in dieser ländlichen Gegend Deutschlands. Fast 30 Jahre lang war das Unternehmen praktisch von der Bildfläche verschwunden, dann folgte der Umzug in die Nachbarstadt Solms.

Die zweite Etappe unserer Reise führt

Doch genau wie die Alpine erlebte auch die Leica eine Renaissance, und zwar 2014 in Wetzlar, begleitet von einem prestigeträchtigen Architektur- und Technologieprojekt.
Am Fuße eines monumentalen Gebäudes aus Glas und Beton, dessen geschwungene Form an einen Fotoapparat erinnert – mit dem 27.000 m² großen Bauwerk kann sich das Architektenbüro Gruber + Kleine-Kraneburg auszeichnen – trifft der sportliche Charme der Alpine A110 Première Edition auf die Architektur des Mythos Leica – was nicht einer gewissen Romantik entbehrt.

Als Sohn eines österreichischen Unternehmers, der sein Vermögen in der Papierindustrie gemacht hatte, lehrte Andreas Kaufmann eine Zeit lang Literatur und war auch politisch aktiv. Er hauchte der Marke mit dem roten Kreislogo neues Leben ein. Fest entschlossen, die Geschäfte der Familie zu diversifizieren, übernahm Kaufmann 2004 das Leica-Imperium, das sich damals noch teilweise in den Händen der Hermès-Gruppe befand: In dieser Zeit galt Deutschland noch als der „alte Mann Europas“. Umstrukturiert und mit neuem Elan nahm die deutsche Gesellschaft die zweite digitale Revolution in Angriff und konnte mit der Einführung der M8, einer digitalen Version der analogen Messsucherkameras, wieder einen großen Coup landen.

Die legendären Fotoapparate der Marke – darunter auch der erste Prototyp für eine 35 mm-Kleinbildkamera, mit der kleine Teststreifen des Kinofilms belichtet werden konnten, die sog. Big Bang von Wilhelm Oscar Barnack – sind heute im Museum des neuen Gebäudes ausgestellt, während die neuesten Leica-Modelle

eher an Designer-Stücke erinnern, die durch modernste Technik überzeugen. Das aus einem Aluminiumblock herausgearbeitete Gehäuse der Leica TL2 vereint das Know-how des Hauses mit reiner Ingenieurskunst und erinnert dabei an die Leichtigkeit und das fließende Design der Alpine A110,

dessen gesamtes Fahrgestell aus demselben Material besteht. Weitere Modelle werden der Leica M10 folgen – auch sie ist ein wahres technologisches Schmuckstück – sowie der SL, der schnellsten Profi-Kamera von Leica aller Zeiten (11 Serienbilder pro Sekunde).

Doch das Unternehmen hält sich auch andere Entwicklungsmöglichkeiten offen – so ist die Marke Partner des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei. „Noch gibt es kein Smartphone, das mit den besten Fotoapparaten des Marktes mithalten könnte“, erläutert Andreas Kaufmann. Mit der Leica Galerie im Leitz-Park, wo Aufnahmen von großen Meistern der Fotografie wie Robert Capa oder Cartier-Bresson die Wände zieren, bekennt sich der Präsident zu einer Kunstform, die ihn fast genauso begeistert wie das Automobil. „Die Vorstellung, das Smartphone würde uns alle zu Fotografen machen, ist eine große Chance für die Industrie“, pflegt er zu sagen.