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Mythos

Der Mythos ALPINE

Eine
Legende
entsteht

25. Januar 1973. 26 Sekunden Vorsprung. Im Morgengrauen, nach einer legendären Leistung, ist es dieser winzige Abstand, der Jean-Claude Andruet und seiner Copilotin Biche den Sieg bei der Rallye Monte Carlo in ihrem Alpine A110 beschert. Nummer 18. Wolken-Blau Metallic.

26 Sekunden Vorsprung

„Les trente glorieuses“, die 30 goldenen Jahre Frankreichs sind an ihrem Höhepunkt angelangt. Das Auto avanciert mit eleganten Ledersitzen und mit edlem Holz verzierten Instrumententafeln zu einer regelrechten Lebenskunst. Die Hersteller laden mit unvergleichlichen Linien und Modellen mit ungekannter Leistungsfähigkeit zum Träumen ein. In den Rallyes stehen sich wunderschöne Rennwagen gegenüber – so auch bei der Rallye Monte Carlo, die als eine der renommiertesten gilt.

9 Fahrer

Neun Fahrer starten für den Alpine-Rennstall, unter ihnen Jean-Claude Andruet, Ove Andersson, unterstützt durch Jean Todt, Jean-Pierre Nicolas, 
Jean-Luc Thérier und Bernard Darniche. Die großen Favoriten im Alpine mit der Startnummer 18 setzen auf die Agilität ihres Autos.

9 Fahrer

Start

Das Rennen beginnt am 24. Januar. Mit Alpine treten sechs Porsche 911, die von Munari und Källström geführten Lancia Fulvia, die Ford Escort von Mikkola und Makinen, die Fiat 124 sowie die Datsun an. Wind und Glatteis lassen die Straße gefährlich werden. Ein Chevrolet, der quer auf der Fahrbahn steht, blockiert 140 Autos und zwingt die Organisatoren, diese aus dem Rennen zu schicken. Wut und Empörung machen sich breit …

Der eine kommt angerast, der andere schert aus

Wind und Glatteis lassen die Straße gefährlich werden

der eine zeigt seinen Mut , der andere seinen Schneid

Vor dem Start der folgenden Wertungsprüfung machen sich einige der ausgeschlossenen Fahrer aus Protest daran, das Rennen durch Straßensperren aufzuhalten, um ihre Wiederaufnahme zu erreichen. Jean-Claude Andruet, der immer noch im Rennen und gewillt zu kämpfen ist, entgeht den Straßensperrungen dadurch, dass er über schneebedeckte Felder abkürzt. Kurz darauf kommt bricht sein Auto aus und er kommt fast von der Fahrbahn ab. Doch nicht umsonst ist er einer der begabtesten Rallyefahrer seiner Generation. Er fängt sich, fährt mit noch höherer Geschwindigkeit weiter und gewinnt vor seinen Teamkollegen Andersson und Nicolas.

Die letzte Rallye-Etappe spielt sich in der berühmten und später legendären „Nacht von Turini“ ab. Mit den drei Alpine an der Spitze ist es ein Zweikampf der Ehre, der zwischen den beiden Alpine-Fahrern Andruet und Andersson ausgetragen wird. Die Spannung ist spürbar, die Konzentration auf ihrem höchsten Punkt. Bernard Spindler, der Sportkommentator von Radio Monte Carlo, wo die Ergebnisse der Wertungsprüfungen live übertragen werden, ist sprachlos. Die der Kälte trotzenden Zuschauer am Straßenrand sind von dem nächtlichen Schauspiel begeistert.

Scheinwerfer durchdringen die Nacht

Der Schwede Andersson, Sieger von 1971, der bereits seit seiner Jugend auf Schnee und Eis fährt, kennt den Alpine wie seine Westentasche und hofft auf einen erneuten Sieg. Er hält nach Andruet Ausschau, dessen hinterer linker Reifen an den Serpentinen des Col de Turini platzt und der daraufhin aufgeben will.

Seine fantastische Teamkollegin Biche macht ihm jedoch Mut und so startet er einen erneuten Anlauf. Als sich Andersson am Col de la Couillole seines Sieges schon sicher ist, schleudert er durch einen Fehler gegen die Leitplanken und verliert dadurch 45 Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt ist Andruet lediglich Dritter in der Gesamtwertung, doch fühlt er jetzt, wie ihn das Rennen beflügelt. Er beißt sich ins Eis und kämpft sich am Ende der vorletzten Wertungsprüfung an die Spitze. Die letzte Prüfung am Col de la Madone ist entscheidend. Andersson, der in dieser Rallye bereits den Rekord gebrochen hat, wiederholt seine Leistung. Aber für Andruet gibt es kein „unmöglich“! Er unterbietet die Zeit des Schweden um 12 Sekunden und holt sich den Sieg in der Gesamtwertung!

1973 beendet Brigitte Bardot ihre Schauspielkarriere, der Tour Montparnasse wird feierlich eröffnet, Jean-Paul Belmondo überzeugt in „Le Magnifique“ und die erste Concorde steht kurz vor ihrer Auslieferung. 1973 findet Frankreich einen neues Idol mit sinnlichen Kurven, träumt davon, hoch hinaus zu kommen, gibt dem Charme eines vollendeten Helden nach und lässt sich von der Geschwindigkeit mitreißen. Wen wundert es also, das der Alpine A110 in diesem Jahr zu einem Kult-Auto wurde?